Bericht 70 Jahre Israel – 2018

Am 22. April war der offizielle 70. Geburtstag des Staates Israel. 70 Jahre sind seit diesem historischen Moment vergangen, eine Zeitspanne, in der auf eine wechselvolle Geschichte von Konflikt und Wiederaufbau eines Staates geblickt wird, eines Staates, indem laut Bibel (3. Buch Mose, 3) Milch und Honig fliessen sollte. Zusammen mit Gästen feierte der Verein zur Erhaltung der Jüdischen Kultur in Baden diesen ehrwürdigen Tag.

Nach der Begrüssung durch Kevin De-Carli ergriff Miriam Moschytz-Ledgley das Wort und referierte unter dem Titel „Israels Unabhängigkeit – zwischen Schicksal und Bestimmung“ in einem fundierten Vortrag über die politischen und rabbinischen Kommentare. Dr. Josef Bollag, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden, blickte anschliessend auf die Zeit der Staatsgründung Israels zurück, die er in seiner Heimatstadt Baden erlebt hatte. Dabei wies er unter anderem auf seine Jugenderinnerungen hin und schilderte die Situation der Juden in Baden und generell in der Schweiz, die mit den unterschiedlichsten Ängsten umgehen mussten: die Kriegsgefahr des Zweiten Weltkrieges, Nachkriegszeit, Antisemitismus, Einwanderungswellen von Juden aus Osteuropa und auch die Staatsgründung Israels weckten verschiedene Gefühle. CVP-Grossrätin Marianne Binder Keller ergriff anschliessend das Wort, sie schilderte unter dem Titel „Israel # metoo“ ihren Zugang zum Judentum, den sie auf Ihre Jugend zurückführte. Ihre Mutter Rosmarie Keller ist die Autorin des Buches über das Hotel „Rosenlaube“ im Badener Bäderquartier, in welchem die Grossmutter der Referentin während des Zweiten Weltkriegs Unterschlupf für jüdische Flüchtling bot, deren Aufenthaltsbewilligung nicht alle in Ordnung waren. Auch ihr Vater, Geschichtslehrer an der Kanti Baden, prägte und sensibilisierte sie für das Schicksal der Juden und die Existenz Israels.

Zwischen den Vorträgen erfreuten der Tenor Alexander Hoffmann und die Pianistin Giovanna Gatto die Gäste mit musikalischen Beiträgen. Besonders eindrücklich war der gemeinsame Gesang der israelischen Nationalhymne Ha Tikva, ein Lied das im Refrain der Hoffnung auf Frieden Ausdruck gibt: „Solange ist unsere Hoffnung nicht verloren, Die Hoffnung, Tochter von zweitausend Jahren, ein freies Volk in unserem Land zu sein, dem Lande Zions und Jerusalems“.

Käthi Frenkel